Was ist Ökostrom und wo kommt er her?

Was ist Ökostrom und wo kommt er her?

Artensterben, der Rückgang des Gletschereises und gewaltige Naturkatastrophen – in den letzten Jahren sind die Folgen der Klimaerwärmung weltweit deutlich zutage getreten. Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Stürme und Überschwemmungen immer weiter zu. Aber auch ohne diese Katastrophen merken wir, dass das Klima wärmer wird. Schnee im Winter ist hierzulande zu einer Seltenheit geworden. Schuld daran ist unter anderem der noch immer zu hohe Ausstoß an CO2-Emissionen unserer Bevölkerung.

Unter anderem bei der Strom- und Wärmeerzeugung sind noch viele Kraftwerke auf die Verbrennung fossiler Stoffe, wie beispielsweise Kohle, angewiesen. Nicht nur, dass diese Stoffe die CO2-Bilanz deutlich erhöhen, es sind auch noch Ressourcen, die unnötig verschwendet werden, da diese nicht nachwachsen. Auch die weitverbreitete Atom-Energie rückt immer mehr in den Fokus der Klimaschützer. Nach dem Super-GAU in Fukushima begann das Umdenken in Deutschland. Bis 2022 sollen alle Atomkraftwerke vom Netz genommen werden, die derzeit noch in Betrieb sind. Es wurde klar, dass Atomkraftwerke ein unkalkulierbares Risiko für Mensch und Natur bergen.

Doch nicht nur die Regierung, sondern auch die deutsche Bevölkerung erachtet Klimaschutz als zunehmend wichtig. Laut einer Studie der YouGov bekannten 68 % der Deutschen, dass Klimaschutz für Sie persönlich wichtig ist. 13 % sagten aus, dass er ihnen sehr wichtig ist und sie sich heute schon dafür engagieren. Schon mit kleinen Maßnahmen kann jeder Einzelne seinen Teil zur Reduktion seines ökologischen Fußabdrucks beitragen. Viele sind beispielsweise bereits auf Ökostrom umgestiegen. Doch was unterscheidet Ökostrom genau von herkömmlichem Strom? Wo kommt Ökostrom her? Und wie trägt er zur Reduktion von CO2-Emissionen bei?

Die Zusammensetzung von Ökostrom

Strom, der als Ökostrom bezeichnet wird, stammt aus sogenannten erneuerbaren Quellen. Zu diesen Quellen zählen Wind-, Solar und Wasserkraft, aber auch Biomasse und Erdwärme. Gemeinsam haben diese Quellen, dass sie unerschöpflich sind und keine schädlichen Emissionen bei der Stromerzeugung ausstoßen. Das unterscheidet Ökostrom hauptsächlich von der Stromerzeugung aus fossilen Quellen. Doch man muss bei der Begrifflichkeit etwas aufpassen: Ökostrom ist nicht geschützt, weshalb jeder Energieanbieter seinen Strom als öko auszeichnen kann. Das hilft natürlich der Umwelt nicht weiter, wenn normaler Graustrom als Ökostrom deklariert wird. Orientierung bieten hier bestimmte Gütesiegel und Zertifikate, wie z. B. die TÜV Nord und TÜV Süd Zertifikate.

Doch, auch wenn der Energieanbieter sich mit Zertifikaten rühmt, muss genau hingeschaut werden. In manchen Fällen kann es sein, dass er zwar Ökostrom anbietet, aber zusätzlich noch in fossile Energiequellen investiert, indem er beispielsweise noch Strom aus Atomkraft unterstützt. Es lohnt sich also, genau zu recherchieren. Richtig guter Ökostrom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen. Und die Anlagen, mit denen dieser produziert wird, sind im besten Fall neu gebaut und somit ökologisch unbedenklich.

Herkunft von Ökostrom

Wie bereits erwähnt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für die Herkunft von Ökostrom. Wichtig ist, dass diese Quellen erneuerbar sind und kein CO2 in die Umgebungsluft abgeben. Eine Studie des Statistischen Bundesamts im November 2017 erläutert die Verteilung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland: Die meiste Energie wird mit 35 % aus Windkraft gewonnen. Es folgen mit einem Anteil von 24 % Energie aus Biomasse und mit 20 % Energie aus Fotovoltaikanlagen. Die Wasserkraft liegt mit einem Anteil von 11 % auch noch im Mittelfeld.

Strom aus Windkraft

Jeder kennt die riesigen, aber gleichzeitig auch eleganten Windräder, die vor allem im Norden Deutschlands zu finden sind. Hier unterscheidet man zwischen Onshore- und Offshore-Anlagen. Erstere sind Anlagen, die an Land Strom aus Windenergie erzeugen, während Windparks, die im Meer angelegt sind, als Offshore bezeichnet werden. Noch sind die Onshore-Anlagen in Deutschland weiter verbreitet, aber die Anlagen in der Nord- und Ostsee befinden sich im Aufschwung. Die Anlagen auf der See sind deshalb so interessant, da die Energieausbeute aufgrund der stetig wehenden Winde fast doppelt so hoch ist als bei den Windparks auf dem Land.

Ob On- oder Offshore, die Energiegewinnung läuft bei beiden Anlageoptionen gleich ab: Eine Windkraftanlage besteht meistens aus Mast, aerodynamischen Rotorblättern, der Rotorwelle, Gondel, einem Getriebe, dem Generator und Steuerfahnen. Durch die Bewegungsenergie des Windes werden die Rotorblätter der Anlage in Bewegung versetzt. Dadurch wird der Rotor im Inneren des Windrades angetrieben, welcher die Energie an den Generator weiter gibt. Dieser erzeugt mithilfe physikalischer Vorgänge schlussendlich Strom, welcher so in das Stromnetz eingespeist wird und in die Haushalte gelangt. Trotz großer Kritik an der Größe und dem damit verbundenen Platzbedarf der Windparks, ist die Energie daraus sehr wertvoll. Nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch im volkswirtschaftlichen Sinne. Sie bieten Arbeitsplätze, arbeiten komplett schadstofffrei und – entgegen aller Kritik – sind die verwendeten Flächen trotzdem noch landwirtschaftlich nutzbar.

Strom aus Biomasse

Prinzipiell bezeichnet der Begriff Biomasse die Gesamtheit aller Lebewesen. In Bezug auf die Energieerzeugung steht Biomasse als Überbegriff für den biologisch abbaubaren Teil von Restabfällen der Landwirtschaft. Zur Biomasse zählt also u. a. Pflanzenabfälle, Restholz aus der Holzbe- und -verarbeitung und andere Bioabfälle. Diese Abfälle werden in sogenannten Kondensationskraftwerken verbrannt. Mithilfe der dadurch entstehenden Hitze wird Wasser zum Sieden gebracht. Der Wasserdampf wiederum erzeugt einen Überdruck im vorhandenen Kessel, was die installierte Dampfturbine antreibt, mit welcher schlussendlich Strom erzeugt wird.

Da sich nur 35 % der Primärenergie aus der Verbrennung in Strom umwandeln lassen, wird die anfallende Abwärme noch weiter genutzt. Mit dieser Kraft-Wärme-Kopplung kann also nicht nur Strom erzeugt, sondern auch geheizt werden. Oft ist die Wärmegewinnung so groß, dass ganze Wohngebiete, andere Gebäudekomplexe oder Industriehallen mit beheizt werden können. So wird ein deutlich höherer Wirkungsgrad erzielt und die Energie aus Biomasse effizient genutzt. Natürlich entstehen bei der Verbrennung auch Schadstoffe, diese sind aber deutlich geringer als z. B. bei der Verbrennung von Kohle.

Strom aus Solarenergie

Mit einer Fotovoltaikanlage können Sie Ihren Strom selbst erzeugen. Dafür ist der bauliche und finanzielle Aufwand natürlich höher, kann sich aber durchaus auf lange Sicht für Sie lohnen. Es ist auch möglich, die eigene Solaranlage an einen regionalen Netzbetreiber zu verkaufen. Dieser privat eingespeiste Strom wird im Rahmen des EEG gefördert. So können Sie sogar noch Rendite aus Ihrer Fotovoltaikanlage schlagen.

Prinzipiell besteht eine Solaranlage aus einzelnen Solarzellen, die wiederum aus kristallinem Silizium bestehen. Dieses ist für gewöhnlich in zwei Schichten aufgebracht. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Solarzellen: Dünnschichtzellen, Zellen aus monokristallinem oder polykristallinem Silizium. Die Zellen werden zu einem großen Solarmodul zusammengelegt. Diese können in der Größe variieren und so auf fast jedem Dach angebracht werden. Die Module fangen anschließend Sonnenlicht ein und wandeln dies in elektrische Energie um. Von dort gelangt er bei einer netzgekoppelten Anlage direkt in das Haus, auf dem sie angebracht ist. Bei netzunabhängigen Solaranlagen befindet sich die Anlage nicht am selben Ort und muss über mehrere zwischengeschaltete Akkus zum eigentlichen Verbraucher transportiert werden.

Strom aus Wasserkraft

Wasserräder kennt man hauptsächlich noch von früher, wo sie bei alten Mühlen das Mühlrad angetrieben haben. Diese kinetische Energie kann nun auch heutzutage zur Stromgewinnung verwendet werden. Durch Ausnutzung von Höhendifferenzen kann Wasser mit genügend viel Kraft auf das Wasserrad auftreffen und so die Generatoren antreiben. Durch die Bewegung eines Leiters im Magnetfeld der Generatoren wird eine elektrische Spannung erzeugt. Ein bekanntes Wasserkraftwerk ist am bayrischen Walchensee stationiert. Hier werden auch Besichtigungen angeboten, falls Sie ein solch imposantes Bauwerk mal aus der Nähe betrachten möchten.

Man unterscheidet bei den Wasserkraftwerken zwischen Laufwasserkraftwerken und Speicherkraftwerken. Erstere gewinnen ihre Energie durch die natürliche Strömung von Flüssen und Bächen. Letztere hingegen befinden sich an großen Stauseen und sind in Deutschland nicht so weit verbreitet. Pumpspeicherkraftwerke sind hier eine Sonderform. Bei diesen Kraftwerken wird Wasser in ein höher gelegenes Becken gepumpt und ist somit immer abrufbar, wenn Bedarf besteht. Somit kann elektrische Energie sogar abgespeichert werden. Wasserkraftwerke stoßen zwar keine schädlichen Emissionen aus, sind aber trotzdem kritisch zu bewerten, da mit ihrem Bau auch immer ein großer Eingriff in Natur, Ökosysteme und Landschaften verbunden ist.

Zweck von Ökostrom

Wenn Sie sich für Ökostrom entscheiden müssen Sie bedenken, dass Sie keinen grünen Strom aus Ihrer Steckdose bekommen. Sie müssen sich vorstellen, dass Ihr Strom ein Mix ist aus allen Stromarten, die es hierzulande gibt. D. h. Sie beziehen mit Ihrem physischen Strom auch Atom- oder Kohlestrom. Was also bringt Ihnen und dem Klimaschutz Ihr Wechsel zu Ökostrom?

Je mehr Leute Ökostrom aus verantwortungsvoller Herkunft beziehen, desto eher steigt die Nachfrage nach alternativen Energieerzeugungsanlagen. Und dadurch können immer mehr Anlagen zur herkömmlichen Energiegewinnung vom Netz genommen werden. Mit Ihrem Anbieterwechsel tragen Sie also indirekt zur Energiewende bei und fördern den Bau neuer Anlagen, die ihren Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen. PST Purenergy informiert und berät Sie gerne kompetent und unkompliziert zur Versorgung mit Ökostrom. Worauf warten Sie also noch?