Stromverbrauch in Deutschland - So viel Strom verbrauchen wir wirklich

Stromverbrauch in Deutschland - So viel Strom verbrauchen wir wirklich

Strom treibt unser modernes Leben an. Je mehr Gadgets und Mobilgeräte in die Haushalte einziehen, desto höher müsste demnach der Verbrauch ausfallen. Aber stimmt das? Wir haben uns für Sie die Zahlen angesehen. Wie hoch war der Stromverbrauch in Deutschland 2017 wirklich?

Harte Fakten : So viel Strom verbrauchten wir 2017

Je mehr Technik, desto mehr Stromverbrauch, doch je moderner die Technik, desto sparsamer. So oder so ähnlich lässt sich die Kurve im Stromverbrauch in Deutschland im Lauf der letzten zehn Jahre erklären. Es gibt sie nämlich schlicht nicht. 558 Milliarden Kilowattstunden verbrauchten die Deutschen laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. im Jahr 2017. Im Jahr 2008 waren es laut Umweltbundesamt 542 Milliarden gewesen. Ein kaum wahrnehmbarer Unterschied. Die Grenze von 500 Milliarden Kilowattstunden passierten die deutschen Verbraucher erstmalig im Jahr 2002. Seit 1990, also innerhalb von 28 Jahren, ist der Verbrauch um rund 100 Milliarden gestiegen.

Den größten Posten im Stromverbrauch in Deutschland nimmt dabei seit jeher die Industrie ein. Sie verbrauchte im letzten Jahr 226 Milliarden Kilowattstunden, gefolgt von Gewerbe und Handel mit 149 Milliarden. Haushalte und Verkehr belegten lediglich den dritten und vierten Platz mit 129 und 11 Milliarden Kilowattstunden. Der Verbrauch im Verkehr ist dabei der einzige Posten, der gesenkt werden konnte. Er wird für den Betrieb von Fernverkehrsnetzen, Straßenbahnen, aber auch mittlerweile dem Antrieb von Elektroautos benötigt. Insgesamt bedeuten diese Zahlen jedoch, dass die Energieziele für 2020 vermutlich nicht eingehalten werden können.

Interesse an regenerativen Energien stagniert

Im Jahr 2017 stammten 31,7 % des, an die Verbraucher ausgelieferten, Stromes aus regenerativen Ressourcen wie Windkraft, Solaranlagen und Biomasse. Insgesamt waren es im Stromverbrauch in Deutschland jedoch nur rund 14,6 % der Energieleistung inklusive Wärme und Verkehr. Diese sollte bis 2020 EU-weit bei 18 % je Mitgliedsstaat liegen. Zudem war eine Reduzierung im gesamten Stromverbrauch für Deutschland auf 472 Milliarden Kilowattstunden bundesweit geplant. Wer sich heute für den Wechsel zu einem grünen Stromanbieter wie Purenergy entscheidet, trägt privat seinen Teil zu dieser Wende bei.

Aber wollen die Verbraucher tatsächlich etwas ändern? Nicht erst seit den Skandalen rund um Abgaswerte und Tierversuche rücken Umweltschutzfragen in den Fokus der Medien. Dabei sagen die Zahlen der AWA, die jedes Jahr das Interesse an Natur- und Umweltschutz erfragte, dass das Interesse an Umweltschutz nicht gestiegen ist. Zwar gaben zwischen 2013 und 2017 je rund 15 Millionen Personen ab 14 Jahren an, sich mit den Themen zu beschäftigen, diese Zahl stagniert jedoch seit Jahren.

Dass also in Deutschland 2017 ein relativ hoher Anteil des Bruttoenergieverbrauches des Endverbrauchers durch erneuerbare Energien abgedeckt wurde, liegt nicht unbedingt an dem Interesse der Verbraucher.

Strom sparen als langfristiges Ziel

Verbraucher wechselten dennoch auch im letzten Jahr zu grünen Unternehmen. Nicht nur wir als Energielieferant konnten uns über neue Kunden freuen. Grüne Technik, stromsparende Geräte und umweltfreundliche Produktion von Lebensmitteln und Kleidung sind gefragt wie nie. Bio-Siegel und Fairtrade-Label geben dem Kunden eine Sicherheit, die der Ruf nach erneuerbaren Energien nicht generiert. Der Verbraucher setzt sich und sein Kapital lieber für einen konkreten Zweck ein. Zu wissen, dass der Kauf von FSC-zertifizierten Holzprodukten zu einer nachhaltigen Baumwirtschaft und der Schonung von Urwäldern führt, erzeugt mehr Aufmerksamkeit, als der Hinweis auf das Verbundnetz aus Solar- und Windparks in der Bundesrepublik.

Hier sehen wir uns als Energielieferant auch zukünftig in der Pflicht, stärker über grüne Energie zu informieren. Der Stromverbrauch in Deutschland selbst kann heute auch durch zahlreiche technische Hilfsmittel reguliert werden. Smarthome Systeme schalten Leuchten, Heizung und Belüftungen aus, wenn sich keine Personen im Raum befinden. Sie können selbstständig lüften oder eine ideale Wohlfühltemperatur über den Thermostat einstellen. Die Umrüstung von Glühlampen auf Energiesparlampen und LEDs hat in den letzten Jahren geholfen, die verbauten Edelmetalle und Ressourcen zu schonen und den Stromverbrauch in Deutschland zu senken. Und selbst die Anschaffung neuer großer Haushaltsgeräte wie Herd oder Kühlschrank kann der Umwelt zugutekommen, wenn der alte Stromfresser durch ein modernes, intelligent sparsames Gerät mit A+++ zertifiziertem Verbrauch ausgetauscht wird.

Stromfresser in privaten Haushalten

Neben veralteten Geräten, die es heute nicht mehr auf den deutschen Markt schaffen würden, fressen auch einige liebgewonnene Gewohnheiten im Haushalt unnötig Energie und tragen zu einem hohen Stromverbrauch in Deutschland bei. Besonders der beliebte Standby-Modus von Fernsehern, Computern und Musikanlagen wird unterschätzt. Der Mythos, dass ein Gerät beim Hochfahren mehr Strom verbrauche, als wenn es im Standby tagelang im Hintergrund schlummert, ist überholt. Heutige Technik benötigt oft nur einen Augenblick um startbereit zu sein oder fährt sich auch komplett ausgeschaltet bei einer Berührung sofort in den Betrieb hoch. Leere Kühlschränke nutzen ebenfalls unnötig viel Strom.

Eher lohnt es sich, einige Flaschen Wasser oder andere Getränke in den Fächern zu lagern bis zum nächsten Einkauf. Warme Lebensmittel gehören generell nicht in den Kühlschrank. Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest benötigte ein 50 °C heißer Teller Suppe 14 % mehr Energie zum Herunterkühlen im Kühlschrank als wenn er bei Raumtemperatur weggestellt wurde. Nicht zuletzt überschätzen Verbraucher die Zeit, die Geräte benötigen, um ihren Akku voll aufzuladen. Bleiben Handy und Laptop dauerhaft am Netz, verbrauchen sie auch dann Strom, wenn sie eigentlich voll funktionstüchtig wären – und die Akkus selbst werden dadurch auch geschädigt.

Business und Energie

Für Unternehmen richtet sich der Strompreis nach unterschiedlichen Faktoren. Ihnen wird beispielsweise von Anbietern ein besserer Preis unterbreitet, wenn sie in ihrer Bonität als zuverlässig eingeschätzt werden, sich schnell für neue Angebote entscheiden und einen hohen Verbrauch aufweisen. Doch auch die Art der Industrie oder des Gewerbes hat einen deutlichen Einfluss auf den Stromverbrauch in Deutschland an sich, der die Kosten pro Kilowattstunde maßgeblich bestimmt. Stichproben ergaben, dass Beförderer wie die Deutsche Bahn, aber auch Lebensmittelhersteller wie Bäckereien die höchsten Verbrauchsposten aufweisen.

Während die Deutsche Bahn im Gegensatz zu Dienstleistern wie der Telekom neben der Verwaltung vor allen Dingen ein Streckennetz zu betreiben hat, sind es bei Lebensmittelproduzenten die Großmaschinen, die in der Erhitzung und dem Betrieb den meisten Strom verbrauchen. Die ständige Modernisierung dieser Maschinerie kann auf lange Sicht den Verbrauch senken. Pauschal lässt sich sagen: Wer über einen großen Fuhrpark verfügt oder mit produzierenden Maschinen arbeitet, hat einen deutlich höheren Stromverbrauch vorzuweisen als Verkaufsstätten.

Stromverbrauch in Deutschland nach Bundesländern

Im bundesweiten Vergleich, so ermittelte das Testportal Check24 im Jahr 2017, sind die Saarländer Spitzenverbraucher. Ihr Stromverbrauch lag pro Haushalt rund 20 % höher als beispielsweise in Sachsen. In Sachsen lag der Verbrauch für einen Vierpersonenhaushalt bei durchschnittlich 4.037 kWh pro Jahr, während es im Saarland 5.028 kWh waren. Im Stromverbrauch für Privathaushalte in Deutschland lag das Mittel bei etwa 4.400 Kilowattstunden.

Überhaupt ließ sich eine Sparsamkeit im Osten des Landes erkennen, während jedoch die Preise hier gleichzeitig höher waren. In einem glichen sich alle Bundesländer. Der Stromverbrauch in Deutschland ist im Winter stets höher als in den Sommermonaten. Eine logische Folge von stärkerer Beheizung, auch mit strombetriebenen Geräten, höherer Leistung von Geräten, die auf Kälte empfindlich reagieren und einer höheren Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit.

Positive Entwicklungen in der Energiewirtschaft

Trotz verfehlter Energie- und Klimaziele auf Bundes- und EU-Ebene lässt sich auch im Stromverbrauch in Deutschland ein positiver Trend erkennen. Verbraucher interessieren sich zwar weniger für die heimische Umwelt, sehr wohl aber für ihre Stromrechnung und ihren Konsum. Mit einem Wechsel zu einem grünen Stromanbieter leisten sie einen wichtigen Beitrag zu der Energiewende und zeigen der Politik auf Landes- und Bundesebene, wo die Interessen liegen. Gleichzeitig sorgt intelligente Technik dafür, dass trotz höherer Nutzung der Stromverbrauch in Deutschland zumindest nicht steigt. Auf lange Sicht lässt sich der Stromverbrauch in Deutschland durch intelligente Technik senken und der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch auch für die Industrie durch attraktive Angebote und neue Technik steigern.