Die echten Stromfresser im Haushalt

Die echten Stromfresser im Haushalt

Wir alle brauchen ihn jeden Tag: Strom. Ohne ihn würde in unseren Wohnungen und Häusern im wahrsten Sinne des Wortes nichts laufen. Laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. haben deutsche Haushalte im Jahr 2016 525 Mrd. Kilowattstunden verbraucht. Egal in welchem Raum man sich Zuhause aufhält: Strom wird überall benötigt.

Dabei steigen die Strompreise allerdings ebenfalls kontinuierlich an. 2016 waren es durchschnittlich 28,7 ct/kWh. Das ist nicht gerade wenig, weshalb viele Haushalte natürlich bereits auf ihren Stromverbrauch achten und diesen einschränken. Doch trotzdem gibt es immer noch versteckte Stromfresser, die man nicht auf den ersten Blick entlarvt. Wir haben diese für Sie übersichtlich zusammengestellt.

Haushaltsgeräte mit hohem Stromverbrauch

Viele Abläufe in unseren Haushalten sind Gewohnheitssache. Aber nur, weil Sie es gewohnt sind, immer warme Handtücher nach dem Duschen parat zu haben, so muss der elektrische Handtuchtrockner nicht auch im Sommer auf Hochtouren heizen. Auch andere Geräte, die fest eingebaut sind, werden gerne mal übersehen beim Stromverbrauch, dabei kann mit kleinen Änderungen bereits viel bewirkt werden.

Stromfresser in der Küche

So wird ein Kühlschrank meistens beim Aufbau einmal eingestellt und anschließend nicht mehr weiter beachtet. Dieser ist dann oft zu kalt, dabei reicht eine Temperatur von sieben bis acht Grad vollkommen, um Lebensmittel zu erhalten. Außerdem sollten Sie kein zu warmes Essen in den Kühlschrank stellen. Das Gerät benötigt so nämlich noch mehr Energie, um wieder herunterzukühlen.

In unseren Tipps zur Verringerung Ihres ökologischen Fußabdrucks haben wir bereits darauf hingewiesen, dass das Trocknen der Wäsche nicht unbedingt im Trockner erfolgen muss. Auf der Wäscheleine geht das ebenso schnell und verbraucht keinen Strom. Wer nicht auf den technischen Helfer verzichten möchte, der sollte sich einen Kondenstrockner zulegen. Diese sind in der Anschaffung zwar teurer, dafür verbrauchen sie nur halb so viel Strom wie ein normaler Trockner.

Das heißt nun aber nicht, dass Sie komplett auf arbeitserleichternde Geräte verzichten sollen. Eine Spülmaschine reinigt das Geschirr beispielsweise effizienter und stromsparender, als wenn Sie dies per Hand machen würden. Achten Sie hier nur darauf, dass der Geschirrspüler voll ausgelastet ist bevor Sie ihn anschalten. Das gilt auch für Waschmaschine und Trockner. Auch der Herd kann ein richtiger Stromfresser sein. Fast 85 Euro im Jahr kann ein Elektroherd in einem dreiköpfigen Haushalt bei regelmäßiger Nutzung für sich auf der Stromrechnung veranschlagen. Hier sollten Sie auf das richtige Kochgeschirr und Nutzung der Restwärme achten.

Stromfresser im Wohnzimmer und Büro

Neben diesen üblichen Haushalts- und Küchengeräten gibt es auch einige Stromfresser im Entertainmentbereich. Hatte man vor einigen Jahren gerade mal einen Fernseher im Wohnzimmer stehen, so hat man heutzutage daneben noch einige Geräte mehr am Netz: PC, Musikanlage, Spielekonsole und Handy sind da nur ein paar Beispiele. In einem Haushalt mit drei Personen kann ein regelmäßig genutzter Fernseher jährlich fast 36 Euro Stromkosten verursachen. Das klingt wenig, läppert sich aber.

Das Gefährliche an diesen Geräten ist aber nicht die Nutzung an sich, sondern vor allem die Nicht-Nutzung. Viele dieser Entertainment-Geräte haben keinen richtigen Schalter mehr, um sie vom Stromnetz endgültig zu trennen. Meistens werden Fernseher und Co. dann bequemerweise in den Stand-By-Modus versetzt. So werden sie aber erst recht zum Stromfresser, da sie dadurch permanent Strom ziehen. Bis zu 150 Euro kann das im Jahr mehr ausmachen. Nutzen Sie Mehrfachsteckdosen mit Schalter. So können Sie mit nur einem Klick mehrere Geräte gleichzeitig vom Stromnetz trennen.

Auch im Arbeitszimmer sollten Sie sich nach Stromfressern umsehen. Nutzen Sie einen normalen Desktop-PC? Vielleicht können Sie auf ein stromsparendes Laptop umsteigen. Diese haben meistens, genau wie Handys, einen automatischen Energiesparmodus eingebaut, um den Akku zu schonen. Auch beim Laden müssen Sie aufpassen: Stecken Sie das Gerät ab, wenn es voll geladen ist. Ansonsten zieht es unnötig weiter Energie.

Effiziente Geräte bedeuten nicht geringeren Stromverbrauch

Prinzipiell ist es natürlich gut, wenn man bei Neuanschaffungen auf die Effizienzklasse achtet. Hier muss man leider darauf achten, dass die Label zum Teil nicht einheitlich vergeben sind. Bei Staubsaugern ist beispielsweise die Klasse A am effizientesten, während A bei Kühlschränken eher mittelmäßig ist. Hier ist A+++ die bessere Wahl.

Ein effizienteres Gerät bedeutet nicht zeitgleich auch, dass Sie Stromkosten sparen. Oftmals entscheiden sich Kunden für ein größeres, schöneres Gerät, wenn Sie ihr Altes Ersetzen wollen. Doch dann darf man sich nicht wundern, wenn man im Gegensatz zu vorher kein Geld spart. Wenn man beispielsweise den alten Röhrenfernseher durch einen doppelt so großen Plasmafernseher ersetzt, wird mindestens genauso viel an Strom verbraucht wie zuvor.

Einsparpotenzial bei der Beleuchtung

Glühbirnen gibt es seit 01. September 2009 nicht mehr in Deutschland zu kaufen. Viel wurde das Verbot bejammert, aber es hat durchaus seinen Zweck. Glühbirnen wandeln nämlich nur fünf Prozent der zugeführten Energie in Licht um. Und nicht nur das: Eine 100-Watt-Glühlampe kostet pro Stunde 2,5 Cent.

Das klingt zunächst nicht viel, aber Sie benötigen doch auch mehr Lampen, um Ihr Zuhause anständig zu beleuchten. Dementsprechend sind energiesparende Alternativen wie Energiesparlampen und LEDs besser für den Geldbeutel. Sie sind zwar in der Anschaffung teurer, aber benötigen nur ein Fünftel des Stroms, den herkömmliche Glühbirnen benötigen. Noch dazu halten Sie wesentlich länger und haben eine höhere Leuchtstärke.

Wann sind Neuanschaffungen sinnvoll?

Nun müssen Sie aber nicht sofort in den nächsten Elektromarkt stürmen und alle Ihre Geräte austauschen. Tauschen Sie Geräte erst dann aus, wenn Sie einen irreparablen Schaden aufweisen, da man auch die Umweltbelastung bei Herstellung eines neuen Geräts beachten sollte. Das verhindert auch, dass Sie in Versuchung geraten, das alte Gerät als Zweitgerät zu verwenden. Es ist nicht sinnvoll, sich einen energiesparenden Kühlschrank anzuschaffen und dann den alten Stromfresser noch zusätzlich im Keller laufen zu lassen. So steigt der Stromverbrauch natürlich wieder an.

Eine Besonderheit gilt bei Heizungspumpen. Diese sind im veralteten Zustand die Spitzenreiter der Stromfresser. Sie kann dann bis zu 400 kWh unnötig verbrauchen, da sie auch in Zeiten, in denen es nicht notwendig ist, bis zu 6.000 Stunden lang heißes Wasser umwälzt. Neuere Modelle können zwischen bedarfsärmeren Zeiten unterscheiden und die Leistung dementsprechend drosseln.

Fazit

Es gibt viele Stromfresser im eigenen Zuhause, die nicht sofort ersichtlich sind. Doch mit unseren Tipps können Sie sich auf die Suche machen und die Übeltäter identifizieren. Meist reicht bereits eine minimale Einstellungsänderung und Sie spüren bereits eine erhebliche Ersparnis auf Ihrer Stromrechnung.

In einem nächsten Schritt können Sie sich Gedanken machen, ob für Sie nicht eine Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen denkbar wäre, falls Sie noch von fossilen Energieträgern Strom beziehen. Ihre PST unterstützt Sie hier gerne und informiert ausführlich über Ökostrom.