Wo kann Erdgas eingesetzt werden?

Wo kann Erdgas eingesetzt werden?

Deutschland hatte im Jahr 2016 einen Erdgasverbrauch von rund 102 Milliarden Kubikmeter und steht damit an siebter Stelle nach den USA, Russland und weiteren größeren Ländern. Weltweit wurden 2016 3,61 Billionen Kubikmeter Erdgas verbraucht. Dies geht aus einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hervor, welche im Dezember 2017 veröffentlicht wurde. Erdgas ist und bleibt damit einer der wichtigsten Energieträger in Deutschland. Kein Wunder, denn es ist deutlich klimafreundlicher als andere Energieträger, da bei der Verbrennung weniger CO2-Emissionen und Stickoxide entstehen. Somit kommt Deutschland seinem Ziel bis 2050 näher, um seine Treibhausgasemissionen bis zu 80 % zu reduzieren. Das wurde so im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgehalten.

Sie nutzen noch kein Erdgas und wissen auch nicht so genau, wofür man es verwenden kann? Der wichtigste Markt ist nach wie vor der Wärmemarkt, allerdings ist dieser nicht mehr das einzige Einsatzgebiet des Energieträgers. Auch als Einsatzstoff in der Chemieindustrie oder in der Stromerzeugung etabliert sich diese umweltfreundliche Alternative. Genauso wie als komprimierter Treibstoff für Autos. Sie sehen, es gibt eine Menge Gebiete, wo man Gas gezielt einsetzen kann. Im Folgenden führen wir diese detailliert für Sie auf.

Einsatz von Erdgas im Haushalt

Gas kann man auf vielfältige Weise im eigenen Zuhause einsetzen. Die wohl bekannteste Art ist das Heizen. Das Heizen mit Erdgas ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch platzsparender, da kein so großer Tank benötigt wird wie bei einer Ölheizung. Das Gas gelangt über ein Leitungssystem direkt in Ihr Haus, weshalb Sie nicht viel Platz zum Speichern benötigen. Dabei kann man zwischen einem bodenstehenden Kessel oder einem kompakten Wandgerät wählen. Letzteres lässt sich sogar in Küche oder Bad direkt montieren, sodass kein extra Raum im Keller benötigt wird. Der Heizvorgang funktioniert ähnlich wie bei einer Ölheizung: Das Gas strömt mithilfe von Überdruck Richtung Brenner und wird anschließend über einen Piezozünder entzündet. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird über den Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben und anschließend über die Umwälzpumpe zu den Heizkörpern transportiert. Das abgekühlte Wasser fließt anschließend wieder zurück, um erneut erwärmt zu werden. Um Trinkwasser zu erwärmen, wird häufig auf einen zusätzlichen Warmwasserspeicher zurückgegriffen. In diesen wird eine bestimmte Menge Wasser erwärmt, was bei Bedarf entnommen werden kann. Bei Gasthermen ist es oftmals so, dass das Wasser wie bei einem Durchlauferhitzer erwärmt werden kann. Hier schaltet das Gerät zwischendurch von Heizwassererwärmung auf Trinkwassererwärmung um.

Auch beim Kochen bietet sich die Erdgasnutzung an. Mit einem Gas-Herd können Sie Hitze feiner regulieren als bei einem Elektroherd. Außerdem entfallen energieraubende Aufwärmzeiten oder unkontrolliertes Nachgaren von Speisen. Sie drehen am Schalter und – zack – ist der Herd einsatzbereit. Genauso verhält es sich beim Ausschalten. Sobald die Flamme aus ist, ist der Herd abgeschaltet und man muss sich keine Sorgen über unnötigen Energieverbrauch machen. Die Koch- und Garzeiten fallen ebenfalls kürzer aus und Sie benötigen kein gesondertes Kochgeschirr, wie beispielsweise bei einem Induktionsherd. Zertifizierte Gasherde sind absolut sicher und mit einer Zündsicherung an jeder Kochstelle wird verhindert, dass nach Erlöschen der Flamme weiter Gas ausströmt. Das Anschließen eines Gas-Herds ist ebenfalls dank der hauseigenen Gasleitung denkbar einfach. Bei neueren Modellen erfolgt dann die Zündung vollautomatisch. Bei älteren Gas-Herden muss dies noch manuell mit einem Feuerzeug erfolgen. Durch die stufenlose Regulierung der Flamme, können Sie Ihre Speisen punktgenau garen und kochen. So wird die Speisezubereitung zum reinen Vergnügen!

Einsatz von Erdgas in der Industrie

In der Industrie ist Erdgas die Hauptquelle der Stromerzeugung und nützlicher Wärmelieferant. Aber auch als Rohstoff wird es immer mehr eingesetzt. Beispielsweise bei der industriellen Ammoniakherstellung. Hier wird in einem komplexen Verfahren zunächst Wasserstoff aus dem Gas gewonnen. Dieses reagiert im weiteren Verlauf mit dem Stickstoff aus der Luft zu Ammoniak. Es erfüllt hier noch einen anderen Zweck: Bei der Ammoniakherstellung werden sehr hohe Temperaturen benötigt, die mithilfe von Erdgas schnell und umweltfreundlich erzeugt werden können. Ammoniak wird unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln benötigt. Das Gas trägt also indirekt zum gesunden Wachstum von Nutzpflanzen bei. Und aus den Pflanzenabfällen wird wiederum in Zukunft wertvolles Biogas gewonnen, was ebenfalls zur Ammoniakherstellung genutzt werden kann. Es entsteht also ein stofflicher Kreislauf, in dem keine Energien und Ressourcen unnötig verschwendet werden. Das ist alles nur dem Einsatz von Erdgas zu verdanken.

Exakte Wärmezufuhr ist auch bei anderen Herstellungsprozessen relevant. Z. B. bei der Kupferschmelze oder bei der Porzellanherstellung. Erst durch mehrere Brennvorgänge bei Temperaturen bis zu 1.400 Grad Celsius entsteht u. a. das weiße Gold. Kein Wunder, dass Porzellan viel Zeit bei der Herstellung benötigt. Fast 22 Stunden dauert es, bis aus dem Rohling Porzellan entsteht. Erdgas hilft hier die Temperatur genau zu regulieren. Zu Beginn werden die Öfen sanft auf die hohen Ausgangstemperaturen aufgeheizt und am Ende genauso behutsam wieder heruntergefahren. Das verhindert eine hohe Ausschussquote und steigert die Energieeffizienz beträchtlich. Außerdem können sich die Porzellanhersteller auf die Versorgungssicherheit verlassen und müssen keine versorgungsbedingten Ausfälle fürchten. Durch die saubere Verbrennung von Erdgas entstehen auch keine Rückstände, die das Porzellan verunreinigen könnten.

Aber auch für Prozesse, die keine extremen Temperaturen benötigen, ist der Einsatz von Erdgas nützlich. In Papierfabriken wird beispielsweise aus Gas produzierte Wärme für die Trocknung der Papierbahnen verwendet. Auch den Strombedarf kann man mit dem gezielten Einsatz von Erdgas abdecken. Moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, welche für die Strom- und die Wärmeherstellung eingesetzt werden können, nutzen die bereitgestellte Energie für beide Prozesse und arbeiten somit sehr effizient. Auch die Wärme, die am Ende eines Papiertrocknungsprozesses noch besteht, kann weiter genutzt werden. So heizt z. B. die Papierfabrik Fripa in Miltenberg mit der übrig gebliebenen Wärmeenergie ihre eigenen Industriehallen und noch dazu die örtlichen Schulen. So geht keine Wärme verloren und es haben sogar noch andere Einrichtungen etwas davon.

Einsatz von Erdgas als Kraftstoff

Auch als Kraftstoff ist Erdgas immer noch beliebt. Laut einer Studie der Aral Aktiengesellschaft gab es 2017 rund 77.000 Erdgas Autos in Deutschland. Darauf kommen innerhalb Deutschlands fast 866 passende Tankstellen. Das Gas vereint als Kraftstoff genau die Vorteile, die es auch bei der Energiegewinnung an sich beinhaltet: Es ist auch hier effizient und besonders umweltschonend. Allerdings dürfen Sie Erdgas (Compressed Natural Gas = CNG) nicht mit Autogas (Liquefied Petroleum Gas = LPG) verwechseln. Während Erdgas ein natürlich entstandenes Gas ist, ist Autogas ein Nebenprodukt in Erdölraffinerien. Somit kommt der Umweltaspekt bei Autogas etwas kürzer. Der Einsatz von Erdgas als Kraftstoff ist auch günstiger und man hat eine höhere Reichweite als mit Autogas.

Der Tankvorgang funktioniert prinzipiell wie bei einem normalen Auto. Lediglich der Einfüllstutzen sieht etwas anders aus. Erdgasfahrzeuge sind zudem absolut sicher. Die Tanks gehören zu den stabilsten Komponenten im Fahrzeug und werden häufig geprüft. Da sich das Gas bei Austritt sofort verflüchtigt, dürfen Sie auch entgegen landläufiger Meinungen, beruhigt in Tiefgaragen parken. Schöner Nebeneffekt ist die Geräuscharmut der Erdgasfahrzeuge. Das liegt an der höheren Oktanzahl. Der Kraftstoff bietet so eine höhere Klopffestigkeit als beispielsweise Benzin. Dies wirkt sich dadurch aus, dass das Fahrzeug deutlich ruhiger läuft. Auch den Geldbeutel schont der Kraftstoff: CNG ist bis 2026 steuerlich begünstigt, was ich in deutlich niedrigeren Preisen an den Tankstellen widerspiegelt.

Der Einsatz von Erdgas ist vielfältig. Bei all seinen Verwendungsmöglichkeiten ist es dabei gleichbleibend umweltschonend, effizient und kostengünstig. Wie sieht es denn bei Ihnen aus? Haben Sie bereits gewechselt oder zögern Sie noch? PST Purenergy berät Sie gerne bei Ihren Fragen und hilft Ihnen kompetent und gezielt beim Wechsel zu klimaneutralem Erdgas. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.